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Zu den Aufgaben des Vereins gehört auch die Beschaffung von Mitteln für den Neubau einer Orgel in der Kirche. Diese Orgel wäre dann vierte Orgel in der Geschichte des Gotteshauses. Die erste Orgel befand sich in der Öffnung über dem Altar (östliche Lünette) und wurde noch während der Bauzeit dort errichtet, obwohl C.F. Hansen weder dort noch an einer anderen Stelle im Innern der Kirche einen Platz für eine Orgel vorgesehen hatte, möglicherweise war ihm die Aufstellung der Orgel ein untergeordnetes Problem.
Jedoch erwies sich im Laufe der Zeit die Orgel offenbar als zu klein. Wegen des geringen Platzes in dem Raum hinter der östlichen Lünette, war dort eine Erweiterung nicht möglich, so dass 1911 eine vorher nicht vorhandene Westempore eingezogen wurde, auf der dann eine neue Orgel der Firma Marcussen, Apenrade, Platz fand. Damit wurde allerdings die Architektur des Raumes erheblich verändert, da Hansen lediglicheine Nord- und eine Südempore vorsah. Im Westen befand sich eine halbrunde Maueröffnung ähnlich der im Osten über dem Altar. Der Raum hinter dieser Öffnung war ein separater Raum, der mit Türen zu den beiden Treppenhäusern versehen war. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die Loge des Königs, der in Husum ein Schloss hatte und hin und wieder sich auch in der Stadt aufhielt.
In den sechziger Jahren des Jahren des 20. Jahrhunderts entsprach die romantisch intonierte Marcussen-Orgel nicht mehr den Vorstellungen der Zeit, und man wünschte sich eine Orgel barocker Klangausrichtung, so dass die Marcussen-Orgel durch eine Orgel der Firma Kleuker ersetzt wurde. Außerdem wurde die ohnehin raumfremde Westempore um einen weiteren Säulenabstand erweitert, so dass der Raumeindruck völlig verändert wurde. Die nun mehr stark erweiterte Westempore sollte den Kirchenchor aufnehmen und ihm größer Aufführungen ermöglichen.
Es hat sich im Laufe der Zeit herausgestellt, dass die erweiterte Westempore nicht notwendig war, weilbei größeren Konzerten der Chor von einem Podest vor dem Altar aus singt. Von dort kann er besser gesehen und gehört werden. Die Orgel ihrerseits hat sich im Laufe der Jahre auch als sehr problematisch herausgestellt, da man während der Erbauungszeit (1964) verstärkt neue, aber unerprobte Materialien verwendet hatte und vom historischen mechanischen Orgelbau abgekommen war, was sich über die Jahrzehnte nicht bewährt hat. So wurden Kunststoffe und Elektromotore eingesetzt, die sich heute als anfällig erweisen, wobei die Elektromotore nicht mehr dem heutigen Standart entsprechend und auch einen mehrstündigen Dauerbetrieb nicht erlauben.Die Orgel von 1964 ist störanfällig und mittelfristig abgängig, so dass der Orgelsachverständige der Nordelbischen Kirche, Hans Martin Petersen, Travemünde, einen Neubau empfiehlt, der sich dann auch architektonisch besser in den Kirchenraum einfügen kann. – Pläne liegen hierfür noch nicht vor.
Die Husumer Orgel von 1964 ist in ihrer Problematik kein Einzelfall.Sehr viele Orgeln aus dieser Zeit sind bereits ersetzt worden, bzw. müssen in den nächsten Jahren ersetzt werden. Eine neue Orgel in der Husumer St. Marienkirche soll deswegen wieder in herkömmlicher Art gebaut werden und tunlichst viele Generationen überleben können, wie dies bei früheren Orgeln der Fall war.